Seit 60 Jahren gibt es die Band The Rhythmics. Zwar gab es in den zurückliegenden Jahren immer wieder mal Pausen, kürzere und längere, schöpferische und auch Zwangspausen aber nie die letzte Konsequenz, die Auflösung.
Für eine Handvoll Wissener Jungs brachte das Jahr 1965 eine Initialzündung. Musikalisch nicht unbedarft, sowohl im Spiel von Musikinstrumenten als auch gesanglich (einige hatten mehrere Jahre im Knabenchor gesungen), waren sie von der damals aktuellen Beatmusik infiziert und gründeten die Formation „The Rhythmics“. Geprobt wurde zunächst in einem alten Fachwerkhaus am Rande des Marktplatzes in Wissen. Später konnte die Band im kath. Jugendheim (heute Pfarrheim) proben. Produktiv verliefen die Proben und so kamen genügend Songs zusammen, sodass The Rhythmics im Mai 1966 ihren ersten offiziellen Auftritt bei einer Jugendtanzveranstaltung im Saal des kath. Jugendheims in Wissen hatte. Wie das zu jener Zeit üblich war, waren die Auftritte eben größtenteils bei Jugendtanzveranstaltungen.
In den folgenden Jahren hatten wir, The Rhythmics, einen gewissen Bekanntheitsgrad erreicht. Außer der reinen Beatbandbesetzung zählte mittlerweile auch ein Saxofonist sowie bei verschiedenen Auftritten ein Trompeter mit dazu. Ob es daran lag, wissen wir nicht. Jedenfalls wurden wir von der Wissener Verwaltung im Jahre 1969 engagiert, um bei verschiedenen Veranstaltungen zu spielen, die mit der Ernennung Wissens zur Stadt einhergingen. In der hiesigen Lokalausgabe der Rhein-Zeitung wurde ausgiebig und sehr positiv über unsere Auftritte berichtet.
Im Jahr 1970 erfolgten personelle Veränderungen. Außer der Grundbesetzung (Bass, Gitarre, Schlagzeug) gehörten von nun an ein Pianist und zwei Bläser, Saxofon und Trompete, zur festen Besetzung der Band, komplettiert durch eine Sängerin*. Daraus resultierte, dass ein umfangreicheres und vielfältigeres Repertoire und eine individuellere Gestaltung der Arrangements möglich wurde.
*Anmerkung: In einem überschaubaren Zeitfenster in der Anfangsphase gab es schon einmal eine Sängerin bei uns.
Unser größer gewordenes musikalisches Spektrum hatte daher zur Folge, dass wir auch als Begleitband von damals nicht unbekannten Schlagersängerinnen beziehungsweise Sängern (wie beispielsweise Marion Merz, Cindy und Bert, Peter Orloff, Bernd Spier, um einige zu nennen) für verschiedene Veranstaltungen verpflichtet wurden. Ebenso gehörte die Begleitung von Entertainer aus dem Varieté-Bereich dazu.
Bedingt durch berufliche Veränderungen einiger Bandmitglieder kamen um das Jahr 1975 die musikalischen Aktivitäten bei uns zum Erliegen.
In den dann folgenden Jahren waren wir, also die Bandmitglieder, weiterhin gefragte Musiker und spielten auch in anderen Ensembles. Allerdings, und das sei ausdrücklich hier erwähnt, haben wir uns nie aus den Augen verloren.
Aktiv wurden wir wieder im Jahre 1999 und das in der fast alten Formation. Grund war der Auftritt beim Benefizkonzert aus Anlass des 30. Jahrmarkts der katholischen Jugend von Wissen. Wohl auch deswegen, weil wir schon in den Anfangsjahren des Jahrmarkts die musikalische Unterhaltung übernommen hatten.
Anfang der 2000er-Jahre spielten wir in verkleinerter Besetzung und ausschließlich nur bei privaten Anlässen. Obwohl, ein öffentlicher Auftritt war doch dabei. Im Rahmen der Open-Air-Veranstaltung „Zehn Jahre De Pänz“, in Wallmenroth im Jahre 2002. Die Band „De Pänz“ hatte uns eingeladen, um bei ihrer Veranstaltung ein paar Takte zum Besten zu geben. Danach aber ruhten komplett die Auftritte. Die dann folgenden Jahre sind sozusagen als schöpferische Pause zu betrachten. Und wie in den Jahren zuvor, waren wir musikalisch nicht untätig und spielten bei verschiedenen Bands und Ensembles mit unterschiedlichen Musikstilrichtungen. Dadurch erhielten wie weitere musikalische Einblicke in verschiedene Musikgenre.
Mittlerweile schreibt man das Jahre 2015. Vielleicht war es so etwas wie eine innere Eingebung, die einige von uns aus den Gründertagen überkam. Nun im beruflichen Ruhestand, besannen wir uns darauf „man könnte ja, einfach so aus Spaß am Musikmachen, noch mal locker leicht etwas zusammen spielen“. (Anmerkung: Wie schon geschrieben. Es hat ja nie eine Auflösung der Band gegeben.) Nach mehreren Telefonaten wurde ein Termin für ein Gespräch vereinbart, um das weitere Vorgehen zu koordinieren (bei Ruheständlern ist die Terminfindung immer etwas schwieriger – me hät jo schleßlech och kene Zejit mie).
Hinzu kam, dass eine Einladung der befreundeten Band „Smash“ bei uns eingegangen war, die ihr 40-jähriges Bestehen feiern wollte und bei deren Jubiläumsveranstaltung im Kulturwerk in Wissen wir mit auftreten sollten, was auch geschah.
Unsere Proben waren zunächst ausschließlich auf das Jubiläumskonzert ausgerichtet. Die Intension aber war, es nicht beim Konzertauftritt belassen zu wollen, sondern, wie schon erwähnt, „locker leicht weiter zu machen“. Bestärkt durch die recht gute Resonanz nach dem Konzert wird von da an mal regelmäßig, mal unregelmäßig, aber geprobt.
Das heutige Repertoire umfasst einerseits Musiktitel der Redewendung folgend „Back to the Roots – zurück zu den Wurzeln“, andererseits Songs aus den zurückliegenden sechs Jahrzehnten und dies mit einer gehörigen Portion eigener Note versehen.



































